Frankfurt, 11. Oktober 2016 – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich auf ihrer Afrika-Reise für Qualifizierungs- und Ausbildungsmaßnahmen der Menschen vor Ort stark gemacht. Wie diese Form der Unterstützung konkret aussehen könnte, zeigt der VDMA mit seiner Fachkräfte-Initiative schon heute. „Im Kampf gegen die Fluchtursachen in Afrika muss es darum gehen, den Menschen vor Ort eine gute Perspektive zu bieten“, erklärt Dr. Reinhold Festge, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Daher begrüße der VDMA, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Reise in die drei afrikanischen Länder Niger, Mali und Äthiopien die berufliche Bildung als Schlüssel für die wirtschaftliche Entwicklung in den Fokus gerückt hat.

Der VDMA engagiert sich bereits seit 2014 mit seiner Initiative „Fachkräfte für Afrika“ für einen nachhaltigen Kompetenzaufbau vor Ort. Dafür hat der Verband lokale Unternehmen identifiziert, die eine berufliche Bildung vorantreiben wollen und neben der Qualität der Maschinenbauprodukte auch die Qualität deutscher Ausbildung schätzen. Gemeinsam mit diesen lokalen Partnern arbeitet der Verband daran, Trainingszentren in Kenia, Nigeria und Botswana ins Leben zu rufen. Diese Trainingszentren orientieren sich am erfolgreichen Konzept der dualen Berufsausbildung und konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Industriemechanik, Elektrotechnik, Elektronik und Mechatronik. Ziel ist es, in den drei Jahren nach dem Start insgesamt 1000 Fachkräfte aus- und weiterzubilden. Durch die Einbindung der lokalen Unternehmen würde Nachhaltigkeit garantiert und es könnten in den Folgejahren viele weitere junge Leute eigenständig ausgebildet werden. Eine gute Berufsqualifikation versetzt Menschen in die Lage, ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern, sich am wirtschaftlichen Aufbau des Landes zu beteiligen und darüber hinaus langfristig am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Alle Partner müssen zügig handeln

Einige in Afrika tätige deutsche Unternehmen beteiligen sich bereits an der VDMA-Initiative, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Equipment oder die Ausbildung von Trainern. „Dieses Engagement ist wichtig, um eine bedarfsgerechte und praxisorientierte Qualifikation auf hohem und international vergleichbaren Niveau zu gewährleisten und damit die Chancen auf den direkten Berufseinstieg zu erhöhen“, erläutert VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Aber den Aufbau von hochwertigen Ausbildungszentren können die Partner nicht allein bewältigen. „Daher sind wir sehr dankbar, dass sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an unserer Initiative beteiligt“, betont Brodtmann. „Die herkömmlichen Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit geraten hier allerdings an ihre Grenzen“, fügt er hinzu. Insbesondere um die Hürde der hohen Erstinvestitionen zu nehmen, seien nun auch bei der Förderung neue Wege gefragt.

Ein wichtiger Effekt der lokalen Qualifizierung ist, dass deutsche Unternehmen mit gut ausgebildeten lokalen Fachkräften die vielfältigen Marktchancen in Afrika besser nutzen können. Damit werden langfristige wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut, die letztlich auch zu weiteren Investitionen führen.

„Die Signale, die von der Afrikareise der Bundeskanzlerin ausgehen, motivieren uns für die weitere Projektarbeit“, resümiert VDMA-Präsident Festge.

Quelle: vdma

https://www.vdma.org