Medienbüro3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Klimawandel wird eines der beherrschenden Probleme des kommenden Jahrhunderts werden. Dabei mangelt es nicht an Schreckensszenarien: Es wird wärmer, viel wärmer und die Niederschläge werden sich verschieben, die Pohlkappen schmelzen und der Meeresspiegel wird steigen. Dabei stehen bei der großen Politik nicht alle Zeichen auf Entspannung. Die wäre nämlich notwendig, um Kohlendioxidemission einzudämmen. Auch in Deutschland hadert die Landesregierung in Nordrhein Westfalen nun mit dem entschlossenen Ausbau der erneuerbaren Energien, vielleicht durch Lobbygruppen stimuliert.

Dramatisch sichtbar werden die Folgen des Klimawandels an anderer Stelle des Planeten. Inzwischen hat Marokko ein Wasserproblem. Beim großen Solarkraftwerkskomplex im marokkanischen Noor wird nun schon von der Wasserkühlung des ersten Systems auf eine Luftkühlung bei den weiteren Komplexen umgestellt. Eine ausreichende Wasserversorgung ist eine Voraussetzung für solarthermische Kraftwerke. Hierzu wird nun ein weiterer Staudamm gebaut, um die erzeugte Wasserknappheit auszugleichen. Dem Reisenden in der Region fallen die vielen Menschen mit Plastik Behältern auf, die das kühle Nass an Quellen in die Gefäße füllen und abtransportieren. Einige von ihnen kritisieren, dass noch Autowaschanlagen mit enormen Wasserverbrauch betrieben werden dürfen.

Häufig gibt es hier Off-Grid Lösungen, die helfen das kühl erfrischende Nass aus dem Boden zu saugen. Photovoltaikmodule ersetzen Dieselgeneratoren und treiben Pumpen an. Hinzu kommt auch der herkömmliche Weg via Zugbrunnen. Gerade an der Grenze zur Sahara gibt es öffentlich verteiltes Wasser. Hier können die Menschen ihren Durst stillen. Inzwischen steuern wir wohl auf das 3,5 Gradziel zu und nicht wie in Paris vereinbart darauf den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.

Dabei fallen die Erzeuger des Problems nicht mit den Betroffenen zusammen, denn zur komplexen und umfassenden Wahrnehmung ist eine schwierige Abstraktion notwendig. Die Erkenntnis müssten dann aber zu einer drastischen Veränderung unser Energie- und Mobilitätskonzepte an anderen Stellen des Planeten führen. Vielleicht sind die fürchterlichen Auswirkungen noch nicht transparent genug. Vermeidungsstrategien greifen Massiv in die bestehenden wirtschaftlichen Prozesse ein.

Autor: Dr. Thomas Isenburg, Journalist für Afrika und Energie in Herne. Der Autor führte zahlreiche Recherchereisen in Marokko zum Thema Energie und Umwelt durch.