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Bundesminister Gerd Müllers Pläne für Afrika

In Afrika leben 1,1 Milliarden Menschen von denen rund  620 Millionen  keinen Zugang zu elektrischem Strom haben.

Primär wird Energie von Ihnen zum Kochen benötigt. Diese gewinnen die Afrikaner aus traditioneller Biomasse wie Holz, Pflanzenresten oder Dung. Jedoch wird in der Zukunft  eine drastisch steigende Energienachfrage erwartet. Experten prognostizieren einen Zuwachs von 80 Prozent bis zum Jahr 2040.

Dabei bietet Afrika enorme Möglichkeiten für erneuerbare Energien. Auch haben im Rahmen des Pariser Klimaabkommens die afrikanischen Staaten Ziele zur Emissionsreduktion unterschrieben. Insbesondere dezentrale Strukturen bei der Energieversorgung werden für eine „Grüne Bürgerenergie“ in Afrika benötigt. Energiegenossenschaften waren in Deutschland im 19. Jahrhundert ein Treiber für die ländliche Elektrifizierung. Inzwischen sind sie ein Rückrad der Energieversorgung von  Bioenergiedörfer, energieautarken Kommunen, Stadtwerke in Bürgerhand und eben Bürger die selbst Energie erzeugen. Nach den Vorstellungen von Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, soll dieses Konzept nun auch auf Afrika übertragen werden. Das typische afrikanische Dorfpalwer  soll nach seinen Vorstellungen mit dem deutschen Modell der Energiegenossenschaften verknüpft werden.

Hierzu hat Müller einen Marshall Plan für Afrika in den Schubladen. Dabei geht es nicht nur um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und einigen Ländern oder zwischen Deutschland und einigen afrikanischen Unternehmen sondern auch mit vielen afrikanischen Dörfern. Hierzu formulierte Müller: „Wie entstehen jedes Jahr 20 Millionen neue Jobs ohne dabei die Umwelt zu zerstören.“ Ein Aspekt dabei sind bürgernahe und nachhaltige Energieversorgungsprojekte, die von der Bevölkerung vor Ort umgesetzt werden.

Die Ziele sind zunächst einmal der Aufbau von dezentralen Energiestrukturen in ländlichen Regionen mit Hilfe von Kommunen, Gewerkschaften und privatwirtschaftlichen Investoren. Dabei sollen die afrikanischen Kommunen zur Bereitstellung von bezahlbarer, verlässlicher und nachhaltiger Energie motiviert werden. In dem Zuge soll ebenfalls die Verbesserung der regionalen und grenzüberschreitenden Energieversorgung gefördert werden. Hinzu kommt eine Ausweitung der beruflichen Bildung in Sachen Energie. Damit soll die Karbonisierung Afrikas vermieden werden.

Der Minister der CSU geht einen neuen Weg, auch aus Gründen der Dringlichkeit in Sachen Migration. Dieser lehnt sich auch an den von Professor Franz-Josef Radermacher, Mitglied des Club of Rome von der Universität Ulm an. Vieles wirkt noch wie die üblichen top down, also von oben nach unten Prozesse.

Autor: Dr. Thomas Isenburg, Journalist für Afrika und Energie