Familie Mannesmann

Familie Mannesmann 1885 Quelle Konzernarchiv

 

Reinhard Mannesmann und seine Marokko Geschäfte

Im Jahr 1905 besuchte der Deutsche Kaiser Marokko. In dieser Zeit wurden die Deutschen in Marokko als Störenfriede wahrgenommen, denn der Kontinent war bereits unter den anderen Europäern aufgeteilt. Es war die Zeit der Ersten Marokkokrise, ausgelöst durch einen

internatioanlen Spannungszustand zwischen Deutschland und Frankreich. Es ging um den Einfluss in Marokko. Frankreich versuchte sih dabei als beherrschender Machftfaktor in Marokko zu etablieren, während das Deutsche Reich darauf bestand, allen interessierten Mächten den Zugang nach Marokko zu eröffnen.

Im südlichen Teil des Nordafrikanischen Landes dominierten die Franzosen, den nördlichen Teil am Mittelmeer beherrschten die Spanier. Marokko war zu dieser Zeit ein eher wildes Land. Es ist von Normadenstämmen bewohnt und Reisen sind gefährlich. Im Jahr 1907 kommt es zu einem Aufstand und 1908 flüchtet der Sultan zu den Franzosen.i

Im Januar 1906 heratete Reinhard Mannesmann aus der gleichnahmigen Remscheider Stahlunternehmer Dynastie Marie Luise Eigen und verbrachte seine Hochzeitsreise in Marokko. Zuvor hatte er das Nathlose Stahlrohr erfunden indem er einen angebohrten Block entsprechend walzen konnte. Hierauf erhielt er ein Patent. Die damals üblichen Dampfmaschinen erzeugten hohe Drück in den geschweißten Stahlrohren. Die Erfindug wurde als Durchbruch bewertet.

Auf der Hochzeitsreise schrieb Marie Luise Eigen: „Marokko ist ein Traum aus Tausend und Einer Nacht.“ Marokko ist zu der Zeit wild und vielversprechend. Zum einen sind rebellieren Stämme, Lösegeldforderungen und Geiselnahmen an der Tagesordnung. Jedoch steht bereits 1903 in der Zeitschrift Stahl und Eisen ein Beitrag über Eisenerzvorkommen in Marokko, versehen mit der Bemerkung, dass es gefährlich sei diese zu bergen.

Das frisch verheiratete Paar beschließt zu bleiben. Von 1907 bis zum 1. August 1914 betreibt das Ehepaar in Marokko einen Handel, Landwirtschaft und Bergbauaktivitäten. Am Ende ihres Aufenthalt wir ihr Besitz in Marokko auf ein achte aller Werte des Sultans geschätzt. Reinhard Mannesmann handelt nicht nicht nur mit Getreide, sondern liefert den Menschen auch Mühlen. Er führt Automobile und Wein in Marokko ein.

Das Treiben wird von den Briten kritisch betrachtet. Auch die Franzosen, zu der Zeit Totfeinde der Deutschen waren nicht begeistert. Sie hatten Angst, Mannesmann wolle in Marokko die Eisenbahn einführen.

In seiner Zeit in Marokko führte der deutsche Unternehmer die Viehzucht ein. Hierzu gab es auch einen Viehtransport, der die Arche Mannesmann genannt wurde.  Zum Beginn des Bergbaus in Marokko sagte der Sultan zu dem 1,80 Meter großen Mannesmann: „Im Koran steht, dass man dort nicht so an der Erde rühren solle.“ Mannesmann holte sich Rat bei der Universität Kairo ein und beteiligt ihn am Gewinn. Über die geschäftlichen Aktivitäten befinden sich 2000 Urkunden im Archiv des Unternehmens. Am 1. August musste Mannesmann das Land wegen des drohenden 1. Weltkrieges verlassen.

 

Autor: Journalist für Afrika Dr. Thomas Isenburg

 

Grundlage ein Vortrag  von Professor Horst A. Wessel bei der Deutsch Marokkanischen Gesellschaft