Dr.M.Boshta

Dr. Mostafa Boshta ist Ägypter und Physiker. Seine Doktorarbeit schrieb er an der traditionsreichen Fakultät für Physik der Georg-August-Universität Göttingen. Boshta ist mit Kollegen aus Tunesien und Ägypten auf Deutschlandtour und will Forschungszentren für erneuerbare Energien kennenlernen. Die Reise wurde von der DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)  organisiert, und soll den Austausch zwischen nordafrikanischen und deutschen Wissenschaftlern fördern. In Ägypten arbeitet Boshta am National Research Centre in Cairo, zusammen mit 6000 anderen Wissenschaftlern. Sein Thema sind siliziumbasierte Solarzellen und die darin ablaufenden Halbleiterprozesse. Dort beschäftigt er bislang auch einen Doktoranden zum Thema.

Zur Situation der erneuerbaren Energien in Ägypten befragt, meint er: „Vor dem arabischen Frühling gab es  kein Interesse an erneuerbaren Energien. Auch gab es kein Geld für Projekte mit ihnen. Dieses änderte sich mit dem arabischen Frühling. Nach der Zeit von Mubarak standen wir vor einer großen Energielücke. Dabei setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Verkauf von fossilen Rohstoffen erhebliche Kosten erzeugt. Bei Meetings im Energieministerium besprachen wir, dass fossile Rohstoffe durch CSP und PV Anlagen teilweise substituiert werden können. Derzeit  interessieren sich  primär private Investoren für erneuerbare Energien und der Markt hierfür startet. Wohlhabende Ägypter kaufen Paneele, um diese auf ihren Dächern zu installieren. Daneben gibt es auch Standorte mit erhöhten Windgeschwindigkeiten, an denen  Windparks entstehen könnten.
Bislang verfügt Ägypten noch über Erdöl und Gasreserven,  diese werden jedoch zu Neige gehen, so Bostha.

Autor: Dr. Thomas Isenburg, Wissenschaftsjournalist aus Bochum